Förderung von Inklusion und Chancengerechtigkeit

Die zunehmende Diversität an Schulen stellt sowohl eine Chancen als auch eine Herausforderung für die Inklusionsarbeit dar. Die Stiftung kooperiert mit den Bildungseinrichtungen im Aufbau und in der personellen Absicherung von Unterstützungssystemen zur Förderung von Integration und Chancengerechtigkeit. Die Initiative ist zunächst als Pilotprojekt angelegt.

Konzept

Förderung von Integration und Chancengerechtigkeit
durch gezielte Eltern- und Schüler*innenunterstützung an Schulen mit einer hohen Migrationsdichte

Einleitung

Die zunehmende Diversität an Schulen stellt sowohl Chancen als auch Herausforderungen für die Inklusionsarbeit dar. Insbesondere Schulen mit einem hohen Anteil an Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund stehen vor der Aufgabe, die Integration und Teilhabe aller Beteiligten zu fördern.

Die Stiftung für die Unterstützung des Bildungssystems der Deutschen Bildungsdirektion kooperiert mit den Bildungseinrichtungen im Aufbau und in der personellen Absicherung von Unterstützungssystemen zur Förderung von Integration und Chancengerechtigkeit.

Das vorliegende Konzept zielt darauf ab, durch gezielte Maßnahmen Mütter und Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund zu stärken, ihre Integration zu unterstützen und so eine gelingende Inklusion zu ermöglichen.

 

Angebot 1:

Kursangebot für Mütter von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund

Ziele des Angebotes

·      Mütter stärker mit der Schule in Kontakt bringen

·      Mütter befähigen, die Schulsprache (Deutsch) zu verstehen und zu verwenden

·      Mütter in ihrer Rolle als Erzieherinnen ihrer Kinder stärken

·      Frauen stärken und ihre Integration in die einheimische Gesellschaft fördern

·      Müttern ein alltagskompatibles, niedrigschwelliges Angebot machen


Beschreibung des Kursangebotes/der Begleitung

Das Kursangebot/das Begleitungsangebot richtet sich an Mütter von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund und wird möglichst niederschwellig und flexibel gestaltet, um eine hohe Teilnahme zu ermöglichen. Der Umfang des Angebotes orientiert sich an den Bedarfen der Interessenten. Als Expertinnen/Experten, die das Kursangebot und die Begleitung gestalten, werden Personen mit entsprechenden Kompetenzen angeworben – unter anderem auch Lehrpersonen im Ruhestand, welche die Bereitschaft mitbringen, überschaubare Leistungen in der Unterstützung der Bildungsarbeit zu leisten.

Kursinhalte

·   Alltagsnahe Sprachförderung: Grundlegende Deutschkenntnisse mit Fokus auf Schulsprache;

·   Ermöglichung der Kommunikation mit Lehrkräften zum Verständnis schulischer Abläufe;

·   Informationsveranstaltungen zu schulischen Themen, wie z.B. Lernmethoden, Hausaufgabenbetreuung, Elternsprechtage;

·   Interaktive Einheiten zur Stärkung der Erziehungskompetenz;

·   Austauschmöglichkeiten mit anderen Müttern, um soziale Netzwerke zu fördern;

·   Informationen zur Integration in die lokale Gesellschaft und zu Unterstützungsangeboten.

Erwartete Wirkungen

·    Verbesserte Kommunikation zwischen Elternhaus und Schule

·    Gestärkte Rolle der Mütter als Bildungspartnerinnen und Erzieherinnen

·     Erhöhte Motivation und Identifikation der Mütter mit dem Schulsystem

·     Förderung der Integration und des Selbstbewusstseins der Frauen

Angebot 2:

Unterstützung der Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund beim Erwerb der deutschen Sprache und Aufbau eines Supportsystems für gelingende Inklusion und zur Lernunterstützung

Ziele:

Förderung der Sprachkompetenz der Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund, die möglichst gut an bereits ergriffene Deutschfördermaßnahmen anknüpfen und mit diesen abgestimmt ist.

Schaffung eines nachhaltigen Supportsystems für eine gelingende Inklusion und zur Lernunterstützung, das sich an den individuellen Bedürfnissen orientiert und es ermöglicht, Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund gezielt auf ihrem Lernweg zu begleiten (insbesondere in heiklen Phasen und zum Erreichen von Abschlüssen).

Maßnahmen zur Sprachförderung

Zusätzliche Deutschförderkurse während und außerhalb des Regelunterrichts;

Bereitstellung von Lernmaterialien und digitalen Angeboten zur selbstständigen Sprachförderung;

Erstellung bzw. Ergänzung individueller Förderpläne für Schülerinnen und Schüler mit besonderem Unterstützungsbedarf.

Aufbau eines Supportsystems

Aufbau eines Systems von Sprachpatinnen und -paten, Inklusionspatinnen und -paten bzw. Lernbegleiterinnen und -begleitern: Ältere oder fortgeschrittene Schülerinnen und Schüler bzw. externe Expertinnen und Experten (z. Bsp. Pensionierte Lehrerinnen und Lehrer) unterstützen Schülerinnen und Schüler beim Deutschlernen bzw. beraten/begleiten diese auf ihrem Lernweg und in der Entwicklung einer gelingenden Teilhabe an der Gemeinschaft;

Bewusste Einbindung von Eltern, insbesondere der über das „Angebot 1“ gestärkten Mütter, in schulische Aktivitäten;

Kooperation mit lokalen Integrations- und Beratungsstellen.

Erwartete Ergebnisse

Steigerung der schulischen Leistungen und des Selbstwertgefühls der Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund;

Erfolgreicher Abschluss der Schullaufbahn;

Verbesserung des Klassen- und Schulklimas durch mehr Verständnis und Zusammenhalt;

Langfristige Förderung der Chancengerechtigkeit und sozialen Teilhabe.

Fazit

Die gezielte Unterstützung von Müttern und Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund ist ein zentraler Baustein für eine erfolgreiche Inklusionsarbeit an Schulen. Durch Sprachförderung, Empowerment und den Aufbau nachhaltiger Netzwerke wird nicht nur die Integration gefördert, sondern auch das gesamte Schulleben bereichert. Die Umsetzung dieses Konzepts erfordert die Zusammenarbeit aller Beteiligten und soll kontinuierlich evaluiert und weiterentwickelt werden.

Entstehung und Umsetzung

Das vorliegende „Rahmenkonzept“ wurde im Dialog mit Schulen mit besonderen Herausforderungen auf Grund der hohen Migrationsdichte und in Einbindung der Bildungsdirektion entwickelt.

Die Umsetzungen der konkreten Maßnahmen vor Ort bleiben in der Verantwortung der Schulen.

Die Stiftung für die Unterstützung des Bildungssystems „perspektiven-lernen“ stellt die notwendigen Finanzressourcen (als Stundenpakete) zur Verfügung und übernimmt die Beauftragung des notwendigen Personals und die damit verbundene Verwaltungsarbeit.

Zum Zwecke einer geordneten und transparenten Abwicklung der Projekte, wird zwischen den Bildungseinrichtungen und der Stiftung eine Kooperationsvereinbarung abgeschlossen.

Die Stiftung ist interessiert die Wirksamkeit der Maßnahmen und die Qualität der Angebote in Kooperation mit den Schulen zu evaluieren und auf Grund der Ergebnisse und Rückmeldungen das Konzept gemeinsam mit den Schulen weiterzuentwickeln.

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